Als anerkannter Naturschutzverein führten Mitglieder der Sektion Wangen des Deutschen Alpenvereins (DAV) eine Waldschutzaktion mit Förster Stefan Kempf durch. Verbissschutzkappen mussten an den Spitzen von Weißtannen angebracht werden, um diese zu erhalten. Förster Stefan Kempf vom Forstamt BW, der für die Sektion Wangen schon wiederholt Waldführungen durchgeführt hat, bat um Mithilfe, um die Weißtannen in den Wäldern am Leben zu erhalten. 32 Miglieder aller Altersgruppen des DAV nahmen bei der Aktion im Waldgebiet zwischen Herzmanns und Elitz teil. Stefan Kempf erklärte den Mitgliedern den Unterschied zwischen Fichten und Weißtannen. „Fichten wachsen schnell und sind für Rehe unattraktiv. Mit zunehmender Klimaerwärmung zeigten sich allerdings in den letzten Jahrzehnten die gravierenden Nachteile der Fichten. Sie sind durch flache Wurzeln sehr sturmwurfgefährdet.“ Außerdem seien die Fichten anfällig gegen Schadinsekten wie den Borkenkäfer, der hunderte von Hektar Fichtenwälder innerhalb weniger Monate vernichten könne. Diese Nachteile habe die Tanne nicht. „Sie hat keine zur Massenvermehrung fähigen Schädlinge, besitzt eine tiefe Pfahlwurzel und ist somit sehr sturmstabil“, so der Förster. „Doch der große Nachteil ist, dass die Tanne als junges Bäumchen gerne vom Rehwild verbissen wird und durch überhöhte Rehwildbestände sehr selten geworden ist.“ Rehe würden hauptsächlich im Winter mit Vorliebe die Gipfelknospen von den Spitzen der jungen Tannen abbeißen. Passiere dies regelmäßig, gehe die junge Tanne ein und wäre für die nächsten Waldgenerationen verloren. „Die Knospen schmecken den Rehen wie uns die Schokoriegel“, erklärte Stefan Kempf vor allem den jungen Mitgliedern. Und so machten sich die 32 Mitglieder auf in den Wald, um den „Rehen ihre Schokoriegel wegzunehmen“, und dafür die Tannen zu erhalten. Bei den gewachsenen Tannen wurden die Verbissschutzkappen gelöst und wieder neu an der Spitze angebracht. Weißtannen, die bisher noch keinen Schutz hatten, wurden neue Kappen aufgesetzt. Nach der Aktion gab es für alle Teilnehmer einen Imbiss in den Geschäftsräumen des Alpenvereins. Und da die Begeisterung und der Spaßfaktor groß waren, soll im nächsten Frühjahr eine Springkrautaktion folgen, ganz im Sinne des Naturschutzes.
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